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„Der Akademie der Wissenschaften in Madrid
in dankbarer Erinnerung an den März 1923
Albert Einstein.“

Handschriftliche Widmung Einsteins unter seinem Portraitfoto, 1923

Einstein (1923): „A la Academia de Ciencias en Madrid, en recuerdo agradecido, marzo 1923.“

EINSTEIN UND DIE KÖNIGLICHE AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN IN MADRID

Real Academia de Ciencias Exactas, Fisicas y Naturales

Eine kurze Geschichte der Akademie

Gegründet wurde die spanische Königliche Akademie der Wissenschaften in Madrid am 25. Februar 1847 mit dem Grundgedanken des Studiums und der Forschung auf den Gebieten der Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und verwandter Wissenschaften. Der erste gewählte Präsident war Excmo. Sr. D. Antonio Remón Zarco del Valle y Huet (1785-1866). Seine Amtzeit begann 1848 und endete 1866. Der Vorläufer der Akademie wurde bereits 1582 während der Herrschaft von König Philipp II. (1527-1598) geschaffen. Dies auf Initiative des Architekten und Mathematikers Juan de Herrera (1530-1597), der auch deren erster Präsident war.

Heute wird die Akademie durch die spanische Regierung, Stiftungen und Spenden finanziert. Die Hauptaktivitäten der Akademie sind regelmäßig stattfindende Sitzungen, die Herausgabe wissenschaftlicher Zeitschriften sowie die Organisation internationaler Symposien, Workshops und Tagungen. Des Weiteren berät sie die spanische Regierung in wissenschaftlichen Fragen, und fördert die Wissenschaft durch popularisierende Programme. Die Akademie setzt sich zusammen aus Vollmitgliedern, inländischen korrespondierenden Mitgliedern, Ehrenmitgliedern und auswärtigen korrespondierenden Mitgliedern.

Einige bekannte Namen von auswärtigen korrespondierenden Mitgliedern aus früheren Zeiten sollen hier in der chronologischen Reihenfolge ihrer Ernennung genannt werden:

Michael Faraday, Alexander von Humboldt, Justus von Liebig, Hans Christian Oersted, Pieter Zeeman, Arnold Sommerfeld, Hendrik Antoon Lorentz, Ernest Rutherford, Marie Curie, William Henry Bragg, Erwin Schrödinger, Otto Hahn, Werner Heisenberg, Max von Laue, Louis Victor de Broglie und Peter Debye.

Eines der auswärtigen korrespondierenden Mitglieder war Albert Einstein.

Real Academia de Ciencias Exactas, Fisicas y Naturales, www.rac.es

Albert Einstein und die Königliche Akademie der Wissenschaften in Madrid

Unter Vorsitz des spanischen Königs Alfons XIII. (1886-1941) erhielt Albert Einstein am Sonntag den 4. März 1923 aus den Händen des Königs das Diplom eines korrespondierenden auswärtigen Mitgliedes. Vorher sprach der Präsident der Akademie Excmo. Sr. D. José Rodriguez Carracido (1856-1928). Die Laudatio hielt der spanische Physiker Blas Cabrera Felipe (1878-1945).

Auszug aus Einsteins schriftlichem Entwurf seiner Rede:

„Eure Majestät.

Hochverehrte Herren Kollegen. Nehmen Sie den Ausdruck meines tiefen Dankes dafür und meine Freude darüber entgegen, dass Sie mich durch die Wahl zu einem der Ihrigen gemacht haben. … Einige Worte an Sie lieber Herr Cabrera. Ihre Worte sind mir tief zu Herzen gegangen, nicht die große Anerkennung, sondern das liebevolle und tiefe Eingehen auf den sachlichen Inhalt meiner Lebensarbeit. Das schalkhafte Dichterwort haben Sie beherzigt, „wir wollen weniger gelobt, doch fleißiger gelesen sein.“…. Ich glaube, das geplagte und bedrückte Europa darf hoffnungsvoll auf dieses Volk blicken, das sich mit Energie der wissenschaftlichen Arbeit zuwendet, nachdem es uns auf dem Gebiet der Kunst so Großes gegeben hat.“


„Bei dieser Gelegenheit hielt der spanische Minister für Kunst und Wissenschaften eine Rede, in der er zum Schluss dem Gelehrten den gastlichen Boden Spaniens und die finanzielle Unterstuetzung der Regierung anbot für den Fall, dass ihm die Zustaende in seiner Heimat augenblicklich die Weiterfuehrung seiner Forschungen voruebergehend unmoeglich machen sollten!“

Quelle: Bericht der Deutschen Botschaft Madrid, 19. März 1923 an das Auswärtige Amt in Berlin

In seinem Reisetagebuch vom 4. März 1923 schrieb Einstein:

4. März Autofahrt mit Kocherthalers 1). Antwort auf Cabreras Akademierede geschrieben. Nachmittags Akademiesitzung mit Königs Vorsitz. Wunderbare Rede des Akad. Präsidenten 2). Dann Thee bei arist. Gesellschaftsdame. Abends zuhause aber ganz katholisch.

1) Einsteins Verwandte
2) Excmo. Sr. D. José Rodriguez Carracido (1856-1928)

Albert Einstein und seine Frau Elsa befanden sich auf einer Vortragsreise durch Spanien mit den Stationen, Barcelona, Madrid und Zaragoza. Der Spanienaufenthalt dauerte vom 22. Februar bis 15. März 1923.

Kontakte zur Akademie sowie zu einzelnen Mitgliedern pflegte Einstein im Briefwechsel noch weit über seine Ernennung zum auswärtigen korrespondierenden Mitglied hinaus. Seine Mitgliedschaft in der Königliche Akademie der Wissenschaften in Madrid endete erst mit seinem Tod am 18. April 1955.

Literaturnachweis:

Hrsg. Diana Kormos Buchwald,
Jòzsef Illy, Ze’ev Rosenkranz, Tilman Sauer
The Collected Papers of Albert Einstein, Volume 13Princeton 2012
Thomas F. GlickEinstein in SpainPrinceton 1988
Siegfried GrundmannEinsteins AkteBerlin 1998, 2004